Abrechnung
Digitales Trinkgeld: steuerfrei, per Karte oder doch lieber QR-Code?
Digitales Trinkgeld wird immer wichtiger – gerade weil immer weniger Gäste Bargeld dabeihaben. Doch wann ist Trinkgeld eigentlich steuerfrei, wie sinnvoll sind Trinkgeld-Buttons bei Kartenzahlungen und warum empfinden manche Gäste sie als unangenehm?

Digitales Trinkgeld: steuerfrei, per Karte oder doch lieber QR-Code?
Und genau da wird es inzwischen ein bisschen kompliziert: Soll das Trinkgeld direkt bei der Kartenzahlung abgefragt werden? Ist digitales Trinkgeld überhaupt steuerfrei? Und wie weist man später nach, dass das Geld wirklich beim Mitarbeiter angekommen ist? Schauen wir uns das einmal ganz entspannt an.
Wann ist Trinkgeld steuerfrei?
Für Arbeitnehmer ist Trinkgeld in Deutschland grundsätzlich steuerfrei, wenn es freiwillig von einem Dritten, also zum Beispiel einem Gast, gezahlt wird und zusätzlich zur eigentlichen Rechnung erfolgt. Ob das Trinkgeld dabei bar, per Karte oder digital bezahlt wird, ist erstmal zweitrangig. Wichtig ist vor allem: Es muss wirklich Trinkgeld für den Mitarbeiter sein und nicht einfach ein zusätzlicher Umsatz des Betriebs. Genau deshalb lohnt es sich bei digitalem Trinkgeld, sauber zu dokumentieren, wem welches Trinkgeld gehört und ob es auch wirklich ausgezahlt wurde. Es gibt aber Ausnahmen, mehr dazu im letzten Absatz.
Trinkgeld bei Kartenzahlung: ziemlich effektiv
Viele moderne Kartenterminals fragen heute direkt beim Bezahlen: 5 %, 10 %, 15 % oder kein Trinkgeld? Und ja: Das funktioniert. Der Gast muss nicht selbst rechnen, kein Bargeld suchen und wird genau im richtigen Moment daran erinnert. In vielen Betrieben steigt dadurch das Trinkgeld deutlich. Wenn ihr euren Mitarbeitern möglichst viel Trinkgeld ermöglichen wollt, ist so eine Abfrage also erstmal gar keine schlechte Idee.
Aber manche Gäste finden genau das unangenehm
Die andere Seite kennt vermutlich jeder. Die Bedienung steht vor dir, hält das Terminal hin und auf dem Display musst du jetzt aktiv auswählen: 10 % – 15 % – 20 % – kein Trinkgeld. Selbst wenn überhaupt kein Druck gemacht wird, fühlt sich das für manche Gäste einfach unangenehm an. Und auch einige Gastronomen sagen ganz bewusst: Wir wollen unsere Gäste beim Bezahlen nicht nach Trinkgeld fragen. Völlig legitim. Das Problem bleibt dann aber bestehen: Viele Gäste haben gar kein Bargeld mehr dabei.
Und kommt digitales Trinkgeld überhaupt beim Mitarbeiter an?
Das ist wahrscheinlich einer der größten Unterschiede zwischen Bargeld und digitalem Trinkgeld. Wenn ich meiner Bedienung fünf Euro in die Hand drücke, weiß ich ziemlich genau, wo die fünf Euro gelandet sind. Wenn ich bei einer Kartenzahlung fünf Euro mehr bezahle, sieht das anders aus. Bekommt die Bedienung das Geld wirklich? Wird es gesammelt? Wird es aufgeteilt? Geht es erstmal aufs Geschäftskonto? Genau diese Unsicherheit sorgt dafür, dass manche Gäste digitales Trinkgeld lieber komplett lassen.
Trinkgeld per QR-Code als entspannte Alternative
Genau dafür haben wir unser kostenloses Trinkgeld-Tool gebaut. Der Betrieb stellt einfach einen QR-Code bereit. Der Gast scannt ihn, sucht sich den Mitarbeiter aus, dem er Trinkgeld geben möchte oder wie es aufgeteilt wird, wählt einen Betrag und bezahlt direkt online. Fertig. Keine zusätzliche Trinkgeldabfrage beim Bezahlen. Kein Bargeld notwendig. Und der Gast kann ganz in Ruhe selbst entscheiden, ob und wie viel Trinkgeld er geben möchte.

Und was ist mit dem Finanzamt?
Bei digitalem Trinkgeld läuft Geld häufig zunächst über den Betrieb. Und spätestens dann ist eine saubere Dokumentation ziemlich sinnvoll. Unser Trinkgeld-Tool hält deshalb fest: Welcher Mitarbeiter bekommt welches Trinkgeld? Welche Beträge sind noch offen? Und wurde das Geld bereits ausgezahlt? Der Mitarbeiter bestätigt nach der Auszahlung selbst: „Geld ist angekommen.“ Damit entsteht eine nachvollziehbare Dokumentation vom Eingang des Trinkgelds bis zur tatsächlichen Auszahlung. Das ersetzt natürlich keinen Steuerberater und macht euch nicht automatisch immun gegen jede Betriebsprüfung. Aber wenn Jahre später jemand fragt, warum Geld auf eurem Konto kein normaler Umsatz war und wo es anschließend hingegangen ist, ist eine saubere Dokumentation ziemlich viel wert.
Welche Lösung ist jetzt die beste?
Ganz einfach: Wenn ihr möglichst viel Trinkgeld generieren wollt und eure Gäste kein Problem damit haben, nutzt die Trinkgeldabfrage beim Kartenterminal. Wenn ihr diese Abfrage zu aufdringlich findet, euren Mitarbeitern aber trotzdem digitales Trinkgeld ermöglichen wollt, ist Trinkgeld per QR-Code eine ziemlich entspannte Alternative. Und egal welchen Weg ihr nehmt: Sorgt dafür, dass digitales Trinkgeld sauber einem Mitarbeiter zugeordnet und die Auszahlung dokumentiert wird. Dann freut sich der Gast, der Mitarbeiter – und im Zweifel auch eure Buchhaltung.

Und wann ist es zu versteuern?
Ganz einfach: Entscheidet die Geschäftsführung darüber, wie das Trinkgeld verteilt wird, oder behält sie das Geld ein, muss es versteuert werden. Ist der Empfänger des Trinkgeldes selbst der Inhaber oder die Inhaberin, ist es ebenfalls steuerpflichtig. Gleiches gilt, wenn zwischen Trinkgeldgeber und Empfänger ein Verwandtschaftsverhältnis ersten Grades besteht. Kann außerdem nicht nachgewiesen werden, dass digitales Trinkgeld tatsächlich an die Mitarbeiter weitergegeben wurde, kann das Finanzamt nachträglich ebenfalls eine Versteuerung verlangen.
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